Pellet-Zentralheizungen:

werden automatisch beschickt und stehen daher Öl- oder Gasheizungen in punkto Komfort kaum nach. Pellets bestehen aus naturbelassenem Restholz, ihre Herstellung erfolgt nach strengen Qualitätsnormen. Durch die Energiedichte fällt der benötigte Lagerraum für eine Heizperiode gegenüber anderen Festbrennstoffen deutlich niedriger aus. Besitzer von Pellet-Zentralheizungen bekommen ihre Holzpellets mit dem Silotankwagen geliefert, aus dem diese direkt in den Vorratsraum, der auch ein Gewebesilo oder Erdtank sein kann, befördert werden. Von dort gelangen die trockenen (<10 % Feuchte) Presslinge über Schnecken oder Gebläse vollautomatisch und gut dosiert zum Brenner.
Pelletheizungen werden sowohl für die Aufstellung im Wohnbereich als auch für den Heizungsraum mit Nennwärmeleistungen ab ca. 5 kW angeboten. Die Marktübersicht Pelletheizungen der FNR bietet eine Übersicht über das vielfältige Angebot an Pelletöfen, Pellet-Zentralheizungen und Scheitholz-Pellet-Kombinationskesseln und gibt wichtige Auswahl- und Entscheidungshilfen.
Technik
Eine programmierte Steuerungs-bzw. Regelungsanlage gibt die erforderliche Menge Pellets vor, die über eine Förderschnecke in die Brennkammer eingetragen werden müssen. Durch die kontinuierliche Brennstoffzufuhr und die gebläsegestützte, geregelte Luftzuführung sind eine optimale Verbrennung und ein gleichbleibend guter Wirkungsgrad gewährleistet. Außerdem ist es so möglich, den Verbrennungsprozess an den tatsächlichen Wärmebedarf anzupassen. Moderne Anlagen arbeiten mit elektronischen Regeleinrichtungen, die den Verbrennungsablauf, die Leistung und die Wärmeverteilung überwachen. Einrichtungen wie automatische Brennstoffzündung, Entaschung und Wärmetauscherreinigung sind bereits bewährter Stand der Technik.
Vorteile:
- Vollautomatische, bequeme Wärmeversorgung,
- optimale Verbrennung und hohe Wirkungsgrade durch dosierte Brennstoffzufuhr,
- äußerst geringe Emissionen,
- geringer Betreuungsaufwand
Pelletöfen:

Pelletöfen sind für eine Aufstellung in Wohnräumen konzipiert. Sie zeichnen sich durch attraktives Design, vielfältige Formgebung sowie Farb- und Materialauswahl der Verkleidung aus und können passend zum individuellen Einrichtungsstil der Wohnung ausgewählt werden. Wie Kaminöfen haben auch Pelletöfen eine Sichtscheibe für die Beobachtung des Feuers. Pelletöfen werden mit Nennwärmeleistungen im Bereich von ca. 5 kW bis 15 kW angeboten. Sie besitzen einen vom Brennraum abgetrennten Vorratsbehälter, der in regelmäßigen Abständen von Hand befüllt werden muss. Der Behälter ist so ausgelegt, dass der Vorrat – abhängig von Modell und Heizbedarf – für eine Brenndauer von ca. 24 bis 100 Stunden ausreicht. Der Vorratsbehälter kann auch während des Heizbetriebs gefahrlos aufgefüllt werden.
Aus dem Vorratsbehälter werden die Pellets mittels einer Schnecke vollautomatisch in den Verbrennungsraum gefördert und elektrisch gezündet. Die Menge der eingetragenen Pellets wird hierbei durch die zuvor über einen Thermostatregler eingestellte Heizleistung bzw. Raumtemperatur bestimmt. Bei hochwertigen Anlagen regelt eine digital-elektronische Überwachung das optimale Verhältnis von Verbrennungsluft, Pelletmenge und Betriebstemperatur und führt dadurch zu einer optimalen Verbrennung mit geringen Emissionen und hohen Wirkungsgraden. Rückbrandsicherungen sorgen für einen gefahrlosen Betrieb der Anlage. Die Wärmeabgabe der Pelletöfen erfolgt über die Erwärmung der Raumluft und durch Wärmeabstrahlung, vor allem über die Sichtscheibe. Zudem kann bei entsprechenden Modellen ein Großteil der Wärme auch an einen Heizwasserkreislauf abgegeben werden. Als technische Varianten werden daher Pelletöfen mit und ohne Wassertasche unterschieden.
Pelletöfen ohne Wassertasche dienen zur Beheizung einzelner Wohnräume, die Wärme geht als Strahlungswärme und Warmluft (Konvektion) in den Aufstellraum.
Pelletöfen mit Wassertasche hingegen übertragen je nach Modell bis zu 95 % der Wärme an das Heizungswasser. Über die Einspeisung in ein Zentralheizungssystem kann damit auch die gesamte Gebäudeheizung und Brauchwassererwärmung erfolgen.
Aufgrund der geringen Größe der Brennstoff-Vorratsbehälter und der daher erforderlichen regelmäßigen Befüllung, eignet sich dieses Heizsystem insbesondere für die Beheizung von Häusern und Wohnungen mit geringem Wärmebedarf (Etagenwohnung, Niedrigenergiehaus, Passivhaus).
Durch den Anschluss an einen Pelletvorratsraum mit Schwerkraftsystem auf dem Dachboden kann eine solche Anlage auch als vollautomatisches Heizsystem ausgestaltet werden. Bei Pelletofen-Modellen die einen erheblichen Teil der erzeugten Wärme als Raumwärme abgeben, ist für die Brauchwassererwärmung im Sommer eine Kombination mit einem anderen Heizsystem, zum Beispiel einer Solaranlage, geboten. So kann der Wärmebedarf eines Gebäudes von März bis Oktober überwiegend über die Solaranlage gedeckt werden. Sollte das Strahlungsangebot nicht ausreichen, schaltet sich der Pelletofen automatisch ein. Eine witterungsgeführte Regelung und ein spezieller Pufferspeicher bilden dabei die Schnittstelle zwischen Solaranlage und Pelletheizung. Der Pufferspeicher wird je nach Strahlungsangebot von den Solarkollektoren bzw. dem Pelletofen gespeist und speichert Wärme sowohl für die Heizung als auch für das Brauchwasser. Die Systemregelung entscheidet anhand der Speichertemperatur, ob das Strahlungsangebot ausreichend ist oder ob der Einzelofen zugeschaltet werden muss. Erfahrungswerte zeigen, dass die Solaranlage durchschnittlich etwa 1/3 des Wärmebedarfs deckt.
Fördertechnik
Um Holzpellets aus dem Lagerraum zum Pellet-Kessel zu befördern, sind Fördersysteme notwendig. Die zwei häufig verwendetesten Systeme sind Förderschnecken oder Saugsysteme oder deren Kombinationen.

Sauganlagen und Saugsystem für Holzpellets

Sauganlagen befördern die Pellets über ein Saugsystem in den Heizkessel. Ecken und Kanten spielen auf dem Weg in den Heizungsraum keine Rolle. Es können Entfernungen von bis zu 20 m und Höhenunterschiede von mindestens 5 m überbrückt werden. Die Systeme arbeiten wie Stabsauger.
Bei Saugsystemen ist zwischen "offenen" und "geschlossenen" Systemen zu unterscheiden. Bei den "offenen" Systemen ist die Saugturbine am Ende des Systems angeordnet. Damit ggf. entstehender Staub nicht in den Heizraum entweicht, wird die Luft in der Saugturbine gefiltert. Bei einem geschlossenen System dagegen ist die Saugturbine nicht am Ende des Saugsystems angeordnet, sondern darin eingebaut. Die Luft wird durch einen zweiten Schlauch in den Lagerraum zurückgeleitet.
Die Ansaugsonden sind so am Boden angebracht, dass eine fast völlige Entleerung stattfinden kann. Sie werden in einer Linie über die Länge des Lagerraumes verteilt und fest montiert. Von jeder Sonde führen zwei Schläuche, zur Förderung der Pellets und Luftrückführung, an eine außerhalb des Lagerraums liegende Umschalteinheit. Diese Umschalteinheit kann in dem Mauerdurchbruch zum Pelletlager untergebracht werden. Sie bestimmt, über welche Sonde im Lagerraum gerade Pellets entnommen werden. Einige Hersteller bieten Umschalteinheiten an, die automatisch zwischen den Sonden wechseln,
Beim Einbau eines Saugsystems werden auch sogenannte "Lanzen" verwendet. Darunter versteht man eine Art Rohr, das durch einen Mauerdurchbruch in den Lagerraum geschoben wird und die Pellets abgesaugt werden. Hierbei kann es zu einer schlechten Entleerung des Lagerraumes kommen, da die Pellets immer nur an einem Punkt entnommen werden. Mit Hilfe der Schrägbodenkonstruktionen kann das nicht passieren. Abhilfe schafft auch Lagerraum mit mehreren Öffnungen. Die Sauglanze muss dann aber manuell umgesteckt werden. Das erfordert jedoch eine vermehrte Aufmerksamkeit durch den Betreiber der Heizung, damit die Lanze auch rechtzeitig umgesteckt wird.
Saugsysteme bieten als Vorteil eine hohe Flexibilität. Die Leitungen können variabel verlegt werden, auch Überbrückungen von Fluren, Höhen und langen Wegabschnitten sind problemlos möglich. Lager- und Brennraum können in unterschiedlichen Räumen, getrennt untergebracht werden. Nachteilig sind das lautere Betriebsgeräusch und höhere Anschaffungskosten. Allerdings können – je nach Vorratsbehältervolumen am Kessel, die Saugsystme zeitlich so programmiert werden, dass die Pelletsförderung zu Zeiten erfolgt, in denen die Sauggeräusche nicht stören.
Der gesamte Betriebsablauf ist bei diesen Systemen durch eine elektronische Steuerung vollautomatisch. Will man keinen Raumverlust durch Schrägflächen, ist eine vollständige Entleerung des Lagerraumes von Hand geboten. Als platzsparende Lösung kann ein Erdtank im Garten eingelassen werden. Auch aus einem Erdtank werden die Pellets per Sauganlage in Ihren Heizkessel befördert.
Förderschnecken für Holzpellets

Befinden sich Lagerraum und Kessel in unmittelbarer Nähe, ist eine Austragung mittels Förderschnecken sinnvoll. Es können flexible Gelenkschnecken oder durchgehend starre Schnecken eingesetzt werden. Schräg angeordnete Förderschnecken tragen die Pellets in einen Zwischenbehälter oder über eine Fallstufe, zur Vermeidung von Rückbrand, direkt zur Stokerschnecke. Die Stokerschnecke sorgt für eine kontinuierliche oder getaktete Zufuhr der Pellets zum Brenner. Durch eingebaute Zwischenbehälter muss die Förderschnecke nicht dauernd arbeiten.
Vorteilhaft beim Einbau eines Schneckensystems ist der einfache, robuste und günstige Einbau. Sie stammen aus der Landwirtschaft, sind erprobt und mengenmäßig verfügbar. Schneckensysteme verfügen über eine gute Raumausnutzung unter hoher Betriebssicherheit. Der Transport erfolgt - bei kurzen Wegen - schonend unter geringer Geräuschbelastung.
Bei der Installation der Schneckensysteme sollte darauf geachtet werden, dass sich kein Schall direkt auf das Mauerwerk übertragen kann. Schneckensysteme sollten nur bei kurzen Wegen, z.B. wenn sich Lager- und Brennraum in unmittelbarer Nähe befinden, eingesetzt werden. Bei weiteren Transportwegen und wenn erhebliche Steigungen/Geschosshöhen oder Ecken / Biegungen zu überwinden sind, sind Saugsysteme im Vorteil.
Es gibt drei verschiedene Feuerungsvarianten, um die Holzpellets auf das Rost bzw. in den Brennteller zu befördern (siehe Abbildung, von oben nach unten):
- Abwurffeuerung
- Seiteneinschubfeuerung
- Unterschubfeuerung



