Kamine und Emissionen
Jeder 5. Haushalt in Deutschland heizt mit Holz und diese Tendenz steigt, sowohl hinsichtlich der Anzahl der Holzheizungen als auch hinsichtlich der eingesetzten Holzmenge. Die mit Abstand größte Bedeutung hat hierbei der Einsatz von Scheitholz als Brennstoff, er stieg von 20,7 Mio. Festmeter (Fm) in 2005 auf 25,2 Mio. Fm in 2008. Für 2010 wird ein weiterer Anstieg auf über 27 Mio Fm prognostiziert.
Emissionen
Kleine und mittlere Festbrennstofffeuerungsanlagen der Haushalte und Kleinverbraucher sind jedoch eine bedeutende Quelle für besonders gesundheitsgefährdende Stoffe wie Feinstaub und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).
Vor allem mit Holz befeuerte Kleinfeuerungsanlagen tragen zu diesen Emissionen maßgeblich bei. Nach derzeitigen Erkenntnissen liegt in Deutschland der Bestand an Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe bei mehr als 15 Mio. Über 14 Mio. davon sind Einzelraumfeuerungsanlagen, die zumeist als Zusatzheizung zu den zentralen Öl- und Gasheizungen in den Haushalten aufgestellt sind. Rund 0,7 Mio. Feuerungsanlagen sind zentrale Heizungsanlagen die mit festen Brennstoffen betrieben werden. Hier handelt es sich um Scheitholzanlagen, Holzpelletsanlagen und Hackschnitzelanlagen sowie noch in geringem Umfang um Kohleheizungsanlagen.
Hauptquelle der Emissionen sind Einzelraumfeuerungsanlagen. 50 Prozent dieser Anlagen sind älter als 20 Jahre und verantwortlich für rund 2/3 der Gesamtstaubfracht. Das Emissionsverhalten der bestehenden Einzelraumfeuerungsanlagen verschlechtert sich in Abhängigkeit des Alters. Aufgrund des stetig steigenden Holzeinsatzes ist weiterhin von einem Emissionsanstieg auszugehen. Der angestrebte Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse kann jedoch nur dann eine breite und umweltpolitisch positive Akzeptanz finden, wenn er unter Einsatz moderner Anlagentechnik möglichst umweltverträglich erfolgt. Als flankierendes Instrument hierzu sind anspruchsvolle, am Stand der Technik 2 von 34 ausgerichtete Umweltanforderungen an den Betrieb der Anlagen zu stellen, um eine effiziente und emissionsarme Energieumwandlung zu gewährleisten.
Aus diesen Gründen ist eine umfassende Überarbeitung der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen dringend notwendig.
Wer mit Holz heizen möchte, muss sich für einen Anlagentyp entscheiden:
Offene Kamine und Kamine mit Heizeinsatz
Bei offenen Kaminen ist der Feuerraum zum Wohnraum hin offen. Daher können Sie die Zufuhr der Verbrennungsluft nicht regeln. Kamine verursachen wegen niedriger Verbrennungstemperaturen und eines zu hohen Luftüberschusses viele Schadstoffe, geben aber nur verhältnismäßig wenig Wärme ab.
Zum Heizen sind sie nur schlecht geeignet, dienen mehr dazu ein besonderes Ambiente mit knisterndem Feuer zu schaffen.
Kamine mit Heizeinsatz – gelegentlich auch als Chemineéöfen bezeichnet –, sind besser: Diese sind mit einer Glastür oder Glasscheibe verschlossen. Damit lässt sich die Luftzufuhr regeln und der Wirkungsgrad steigt.
Dauerbrandöfen und Kaminöfen
Dauerbrandöfen stehen frei im Wohnraum. Holzscheite (oder Kohlebriketts) können Sie durch eine Tür direkt in den Brennraum geben. Die Asche im Aschekasten lässt sich über eine Öffnung im unteren Bereich des Ofens entfernen.
Der Kaminofen ist eine Variante des Dauerbrandofens. Eine große Tür mit Sichtscheibe dient dazu, einen tollen Blick aufs Feuer zu ermöglichen und ein wohliges Ambiente zu schaffen. Mit eleganten Verkleidungen - wie z.B. Kacheln, Marmor, Speckstein oder Seitenteilen in allen denkbaren Farben - sind sie auch schön anzuschauen, wenn Sie nicht unter Feuer sind. Kaminöfen werden in der Übergangszeit als alleinige Heizung und in den Wintermonaten oft als Zusatzheizung genutzt. In Zeiten sehr hoher Heizölpreise hat die Nutzungshäufigkeit von Kaminöfen ganz erheblich zugenommen. Zur Minderung von Verbrauchskosten für Heizöl und Gas wird der Mehraufwand zum Heizen mit Holz offenbar gern angenommen.
Kaminöfen bieten den großen Vorteil, dass Sie - z.B. wenn man abends nach Hause kommt - sehr schnell wohlige Wärme bieten.
Speicheröfen
Speicheröfen wie z.B. Kachel- oder Specksteinöfen und Grundöfen besitzen - wie der Name bereits besagt - eine große Speichermasse aus Kacheln, Zementputz, Ton, Schamotte oder Speckstein. Ihre Masse liegt oft über 500 kg, gute Speicheröfen - die ihrem Namen auch gerecht werden - wiegen 1 bis 3 Tonnen! Die große Oberfläche der Öfen erreicht Temperaturen von ca. 50 bis um 100°C. Speicheröfen werden in der Regel nur für kurze Zeit bei Volllast betrieben und geben die gespeicherte Wärme dann über einen längeren Zeitraum als angenehme Zahlungswärme in den Raum ab. Die Speichermasse entscheidet über die Heiz- bzw. Nachlegeintervalle. Ein Gluthaltebetrieb - das ist der Betrieb bei verminderter Luftzufuhr, um möglichst lange ein Glutbett zu erhalten - ist meist nicht erforderlich. Der gute Abbrand bei Vollast und die langen Züge tragen dazu bei, dass diese Anlagen relativ geringe Emissionen verursachen.
Speicheröfen dienen vielfach auch als Hauptheizung oder alleinige Heizung für Gebäude und Gehöfte.

