Kamine und Emissionen

Jeder 5. Haushalt in Deutschland heizt mit Holz. Heizen mit Holz liegt im Trend und neben Kaminöfen finden moderne Scheitholzvergaserkessel und Holzpelletheizungen wachsendes Interesse. Holz kommt in privaten Haushalten in Form von Scheitholz, Holzbriketts, Holzpellets und Hackschnitzel zum Einsatz. Die mit Abstand größte Bedeutung hat hierbei der Einsatz von Scheitholz, jährlich werden ca. 25 bis 27 Mio. Festmeter (Fm) in Haushalten zum Heizen genutzt.

Emissionen

Kleine und mittlere Festbrennstofffeuerungsanlagen der Haushalte sind eine bedeutende Quelle für gesundheitsgefährdende Stoffe wie Feinstaub und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Vor allem mit Holz befeuerte Kleinfeuerungsanlagen tragen zu diesen Emissionen maßgeblich bei. Nach derzeitigen Erkenntnissen liegt in Deutschland der Bestand an Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe bei mehr als 15 Mio. Anlagen. Davon sind über 14 Mio. Anlagen Einzelraumfeuerungsanlagen, die zumeist als Zusatzheizung zu zentralen Öl- oder Gasheizungen in den Haushalten betrieben werden. Nahezu 1 Mio. Feuerungsanlagen sind Zentralheizungsanlagen , die auch der Warmwasserbereitung dienen. Hier handelt es sich um Scheitholz-, Holzpellets- und Holzackschnitzelkessel sowie in geringem Umfang um Kohleheizungen.

Hauptquelle der Emissionen sind Einzelraumfeuerungsanlagen. 50 Prozent dieser Anlagen sind älter als 20 Jahre und verantwortlich für rund 2/3 der Gesamtstaubfracht. Das Emissionsverhalten der bestehenden Einzelraumfeuerungsanlagen verschlechtert sich in Abhängigkeit des Alters. Aufgrund des stetig steigenden Holzeinsatzes ist weiterhin von einem Emissionsanstieg auszugehen. Der angestrebte Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse kann jedoch nur dann eine breite und umweltpolitisch positive Akzeptanz finden, wenn er unter Einsatz moderner Anlagentechnik möglichst umweltverträglich erfolgt. Als flankierendes Instrument wurden mit der im Jahr 2010 umgesetzten Novelle der Kleinfeuerungsanlagenverordnung anspruchsvolle Umweltanforderungen an den Betrieb der Anlagen gestellt, um eine effiziente und emissionsarme Energieumwandlung zu gewährleisten. Neben den technischen Anforderungen an Neuanlagen wurden insbesondere auch Anforderungen betreffend der Sanierung oder Außerbetriebsetzung von Altanlagen festgelegt. Zudem haben sich Betreiber von handbeschicken Biomasseanlagen in deren Bedienung und Handhabung schulen zu lassen.

Wer mit Holz heizen möchte, muss sich für einen Anlagentyp entscheiden:

Offene Kamine und Kamine mit Heizeinsatz

Bei offenen Kaminen ist der Feuerraum zum Wohnraum hin offen. Daher können Sie die Zufuhr der Verbrennungsluft nicht regeln. Kamine verursachen wegen niedriger Verbrennungstemperaturen und eines zu hohen Luftüberschusses viele Schadstoffe, geben aber nur verhältnismäßig wenig Wärme ab.

Zum Heizen sind sie nur schlecht geeignet, dienen mehr dazu ein besonderes Ambiente mit knisterndem Feuer zu schaffen.

Kamine mit Heizeinsatz – gelegentlich auch als Chemineéöfen bezeichnet –, sind deutlich besser: Diese sind mit einer Glastür oder Glasscheibe verschlossen. Damit lässt sich die Luftzufuhr regeln und der Wirkungsgrad steigt.

Dauerbrandöfen und Kaminöfen

Dauerbrandöfen stehen frei im Wohnraum. Holzscheite (oder Kohlebriketts) können Sie durch eine Tür direkt in den Brennraum geben. Die Asche im Aschekasten lässt sich über eine Öffnung im unteren Bereich des Ofens entfernen.

Der Kaminofen ist eine Variante des Dauerbrandofens. Eine große Tür mit Sichtscheibe dient dazu, einen guten Blick aufs Feuer zu ermöglichen und ein wohliges Ambiente zu schaffen. Mit eleganten Verkleidungen - wie z.B. Kacheln, Marmor, Speckstein oder Seitenteilen in allen denkbaren Farben - sind sie auch dann schön anzuschauen, wenn Sie nicht unter Feuer sind. Kaminöfen werden in der Übergangszeit als alleinige Heizung und in den Wintermonaten oft als Zusatzheizung genutzt. In Zeiten sehr hoher Heizölpreise hat die Nutzungshäufigkeit von Kaminöfen ganz erheblich zugenommen. Zur Minderung von Verbrauchskosten für Heizöl und Gas wird der Mehraufwand zum Heizen mit Holz offenbar gern angenommen.

Kaminöfen bieten den großen Vorteil, dass Sie - z.B. wenn man abends nach Hause kommt - sehr schnell wohlige Wärme bieten.

Speicheröfen

Speicheröfen wie z.B. Kachel- oder Specksteinöfen und Grundöfen besitzen - wie der Name bereits besagt - eine große Speichermasse aus Kacheln, Zementputz, Ton, Schamotte oder Speckstein. Ihre Masse liegt oft über 500 kg, gute Speicheröfen - die ihrem Namen auch gerecht werden - wiegen 1 bis 3 Tonnen! Die große Oberfläche der Öfen erreicht Temperaturen von ca. 50 bis um 100°C. Speicheröfen werden in der Regel nur für kurze Zeit bei Volllast betrieben und geben die gespeicherte Wärme dann über einen längeren Zeitraum als angenehme Zahlungswärme in den Raum ab. Die Speichermasse entscheidet über die Heiz- bzw. Nachlegeintervalle. Ein Gluthaltebetrieb - das ist der Betrieb bei verminderter Luftzufuhr, um möglichst lange ein Glutbett zu erhalten - ist meist nicht erforderlich. Der gute Abbrand bei Vollast und die langen Züge tragen dazu bei, dass diese Anlagen relativ geringe Emissionen verursachen.

Speicheröfen dienen vielfach auch als Hauptheizung oder alleinige Heizung für Gebäude und Gehöfte.

 

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