Öle und Fette

Viele Pflanzen besitzen die Fähigkeit, in ihren Samen Reservestoffe in Form von Ölen und Fetten zu speichern.

Pflanzliche Öle und Fette sind Gemische aus Glycerin-Fettsäureestern, deren Eigenschaften vom Anteil der verschiedenen Fettsäuren bestimmt werden. Ein höherer Anteil gesättigter Fettsäuren (z. B. Palmitin-, Stearinsäure) führt dabei zur Bildung fester Fette. Ungesättigte Fettsäuren (z. B. Ölsäure, Linol-, Linolensäure) bewirken hingegen ein Absinken des Schmelzpunktes der Fette, so dass Öle entstehen können.

Ölpflanzen aus den Tropen enthalten in der Regel Fette mit einem hohen Schmelzpunkt (Kokosfett, Kakaobutter). Unter den klimatischen Bedingungen der gemäßigten Breiten werden zum überwiegenden Teil Öle gebildet.

Etablierte Arten sind durch züchterische Maßnahmen in ihrer Ölqualität beeinflussbar. Dadurch ist es möglich, spezielle Anforderungen der verarbeitenden Industrie an den pflanzlichen Rohstoff zu erfüllen.

Durch Pressung und Extraktion entstehen aus den Ölsaaten in den Ölmühlen Rohöle, die in der anschließenden Raffination weiter verarbeitet werden. Neben dieser meistens in zentralen Industrieanlagen angewandten Methode der Ölgewinnung gibt es auch die Kaltpressung, bei der das Öl ausschließlich durch mechanischen Druck und Temperaturen von maximal 40 Grad gewonnen wird. Diese Methode kommt häufig in dezentralen Kleinanlagen in landwirtschaftlichen Betrieben oder Genossenschaften zum Einsatz. 2006 betrug die Anzahl kleiner Pflanzenölpressen im landwirtschaftlichen Umfeld gut 250 Stück mit einem Schwerpunkt im süddeutschen Raum.

Als Endprodukte können aus den Inhaltsstoffen der in Deutschland angebauten Ölpflanzen u.a. Kraftstoffe, Schmierstoffe, Hydraulikflüssigkeiten, Tenside, Lacke, Farben, Linoleum, Hilfs- und Zusatzstoffe hergestellt werden.

Weitere Informationen zum Thema Bioschmierstoffe finden Sie unter www.bioschmierstoffe.info, zum Thema Biokraftstoffe unter www.bio-kraftstoffe.info.

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