Teppich
Komfort ohne Reue – Boden aus der Natur
Viele Menschen schätzen den guten, alten Teppichboden, der auch zum Sitzen auf dem Boden einlädt. Er ist fußwarm und weich, dem Gestaltungsspielraum sind keine Grenzen gesetzt.
Kunstfaserprodukte, z.B. aus Polyamid oder Polyacrylfasern, sind meist zusätzlich chemisch behandelt: beispielsweise wird eine Antistatik-Ausrüstung oder Imprägnierung aufgebracht, um statische Aufladbarkeit und die Schmutzempfindlichkeit herabzusetzen.
Wolle und Naturfaser- bzw. Naturhaarteppiche brauchen diese Mittel in der Regel nicht, da sie Schmutz besser abweisen und sich nicht statisch aufladen. Allerdings werden Wollprodukte, die mit dem Wollsiegel oder dem GuT-Teppichsiegel ausgezeichnet sind, mit Motten- und Käferschutzmitteln (meist Pyrethroide) behandelt. Dass es auch anders geht, zeigen die Hersteller von Naturteppichböden, die Qualitäten ohne Mottenschutzmittel anbieten. Bei Bedarf kann ggf. natürliches, unbedenkliches Niembaumöl aufgesprüht werden.
Bei Teppichböden ist es wichtig, nicht nur auf das Oberflächenmaterial, sondern auch auf den Rücken zu achten: Schaumstoffrücken können Schadstoffe ausgasen, die u.a. auch den typischen „Neugeruch“ von Teppichböden verursachen. Bessere Materialien sind Rücken aus Jute oder Hanf. Innenraumbelastungen entstehen nicht nur durch den Teppichoden selbst, sondern sind Auswirkung der Verlegung: Falls Kleber, Grundierungen und Spachtelmassen überhaupt erforderlich sind, bevorzugen Sie dabei natürliche Materialien.
Bei regelmäßiger Reinigung (Staubsauger mit HEPA-Filter) können Teppichböden für Hausstaub(milben)-sensibilisierte Allergiker eher vorteilhaft sein, denn der im Teppichboden adsorbierte Staub wird gebunden und nicht so leicht wie bei glatten Fußböden aufgewirbelt.
Alle Naturfaser-Teppichböden zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Sie gleichen die Luftfeuchtigkeit aus und sorgen für ein angenehmes Raumklima.
- Sie fühlen sich stets warm an.
- Sie laden sich kaum statisch auf.
- Sie werden umweltschonend aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.
- Sie dämmen den Trittschall und besitzen einen hohen Gehkomfort.
Schafwolle ist äußerst atmungsaktiv. Sie nimmt bis zu einem Drittel ihres Gewichts an Feuchtigkeit auf. Das im Garn enthaltene Restfett (Lanolin) bildet einen natürlichen Schutz gegen Verschmutzung.
Ziegenhaar und Schafwolle als Mischgewebe ergeben einen sehr robusten, elastischen und antistatischen Teppichboden. Als Sonderprodukt wird über den ökologischen Fachhandel ein Ziegenhaarteppich mit Naturkautschuk-Klebebett, Juterücken und ohne Mottenschutz-Ausrüstung angeboten. Er ist nach seiner langen Nutzungszeit sogar kompostierbar.
Kokosteppich wird aus den Hüllfasern der Kokosnuss gewonnen. Eine enorme Scheuer- und Reißfestigkeit zeichnet diese Material aus. Daneben dämmt es hervorragend den Trittschall. Wenn kein synthetischer Rücken verarbeitet wurde, ist der Teppich komplett biologisch abbaubar. Sisal besteht aus den besonders reißfesten Blattfasern der Sisalagave. Der Bodenbelag eignet sich sowohl für den Wohn-, als auch für den Objektbereich. Das Material ist wärme-dämmend, schwer entflammbar und fügt sich nach Gebrauch ohne Probleme wieder in den natürlichen Stoffkreislauf ein.
Weitere Naturfasern, aus denen Teppiche gefertigt werden, sind Baumwolle, Seegras, Jute oder Zellulose (Papier).
Bildmaterial: Agentur 21, DLW, Duroflor, Floatline, Tretford, Woodline, Zipse




